05071999027a(Jahrtausendhochwasser)
Am Montag den 05.07.99 kam es zur wohl größten Naturkatastrophe im Stadtgebiet von Marienberg und im Gebiet der umliegenden Gemeinden. In den Nachmittagsstunden des 05. Juli 1999 fielen in der unmittelbaren Umgebung von Marienberg bis zu 160 Liter/m² Niederschlag. Diese Menge floss vom nicht mehr aufnahmefähigen Boden direkt in die Gewässer. Ein Toter, 17 Obdachlose, mehrere Verletzte, etwa 60 weggeschwemmte Autos, 50 erheblich betroffene Häuser sowie Schäden von mindestens 50 Millionen Mark an Eisenbahn-anlagen und Straßen war die Bilanz dieses schweren Unwetters. Die Ursache des starken Gewitters war eine nahende Kaltfront. An der Vorderseite war es an diesem Tag noch einmal sehr warm und feucht, sodass sich riesige Quellwolken bilden konnten. Das entstandene Wärmegewitter verstärkte sich noch dadurch, dass die Luftmassen schon mit der durchziehenden Kaltfront in Berührung gekommen waren. Beim Durchgang der Kaltfront drehte der Wind schließlich noch auf nördliche Richtungen und es kam am Erzgebirgskamm zu einem Stau.
05071999022aDas führte dazu, dass sich das Gewitter an Ort und Stelle „abregnete“ und die Niederschlags-mengen, die sich sonst durch das Ziehen des Gewitters auf ein größeres Gebiet verteilen, auf einen eng begrenzten Raum niedergingen.
Die am meisten betroffenen Orte lagen zusätzlich in Tälern und bekamen neben den Wasser-massen von oben noch eine ganze Menge des abfließenden Regenwassers ab. 
Die sintflutartigen Regenfälle verwandelten mehrere kleine Bäche in reißende Flüsse, unterspülten Straßen und Bahngleise, überschwemmten Keller und Grund-stücke, legten Kläranlagen lahm, rissen Bäume und Elektromasten mit und sorgten für einen großflächigen mehrstündigen Stromausfall. (Quelle Gunter Keller Pockau).

Binnen weniger Minuten stiegen die Pegelstände des Schletten- und des Dörfelbaches derart an, dass die angrenzenden Grundstücke überflutet wurden. Alle im Weg befindlichen Gebäude, Fahrzeuge u.ä. wurden durch die Wassermassen mitgerissen. Zahlreiche Gebäude wurden überflutet und teilweise erheblich zerstört.
05071999010aWurde die Wehr noch am Nachmittag zur Sicherung des Altenpflegeheimes „Haus Lauckner“ gerufen, war man kurze Zeit später im gesamten Stadtgebiet unterwegs, um eindringendes Wasser von Gebäuden fern zu halten. 
Dann erst wurde allen bewusst, dass man es hier mit einer „einzigartigen“, die gesamte Stadt und Umgebung betreffenden Naturkatastrophe zu tun hat. Besonders belastend war die Menschenrettung, zu der in den Bereich des Dörfelbaches und in den Hüttengrund gerufen wurde. Im mehr als 1m hohen reißenden Strom bestand trotz Sicherung keine Möglichkeit, an die dort schwimmenden Fahrzeuge heranzukommen. Glücklicherweise stellte sich heraus, dass keine Personen eingeschlossen waren.
Bei der weiteren Suche im Hüttengrund offenbarte sich die ganze Wucht, mit der die Wassermassen das Tal verwüstet hatten. Die Einsatzstelle im Bereich B 171 Höhe Busunternmehmen Mauersberger war nur noch zu Fuß am Rande des reißenden Flusses zu erreichen. Die dort von den Wassermassen eingeschlossenen Menschen konnten nur tatenlos der Naturgewalt zusehen, wie sie nach und nach die Fahrzeuge mit sich riss. 
Neben den vielen leerzupumpenden Kellern und Gebäudeteilen wurde die Wehr am Abend des 05.07.99 zum Haus des Dachdeckermeisters Fritzsch auf die Reitzenhainer Straße gerufen, wo ein starker Gasgeruch auf eine defekte Leitung hindeuten sollte. 2 Kameraden betraten mit Messtechnik das Kellergeschoss, das bereits ca. 1m hoch mit Wasser gefüllt war, um den Gashaupthahn zu schließen. Dabei wurde festgestellt, dass die Ursache des Geruchs das Bastelmaterial des Eigentümers war, bei dem durch die Überflutung eine Flasche Lösungsmittel ausge-laufen war. Während der gesamten Zeit wurde die Koordination der insgesamt mehr als 64 Einsätze durch eine ständig besetzte Zentrale im Gerätehaus durchgeführt. Das Funknetz sowie die Telefonverbindungen waren teilweise aufgrund der Vielzahl der Einsätze nicht nutzbar. Im Stadtgebiet und der betroffenen Umgebung waren zahlreiche Feuerwehren aus dem Umland, das technische Hilfswerk, die Bundeswehr mit schwerem Bergegerät und Personal sowie zahlreiche Hilfsorganisationen im Einsatz. Der Beräumung folgte eine große Welle an Hilfsbereitschaft und Spenden für die Betroffenen, denen oftmals unbürokratisch geholfen werden konnte. Auch betroffene Kameraden wurden aus den eigenen Reihen unterstützt.


 

 

11102004004aAm 11.10.2004 wurde im 1. Obergeschoss des Wohngebäudes Am Lindenhäuschen 3 ein Brand festgestellt. Durch den Wohnungsmieter wurde zunächst versucht, die Brandausbreitung selbst zu verhindern. Nachdem dies fehlschlug, wurde über die Leistelle Marienberg die Feuerwehr alarmiert. Der zog Wohnungsmieter sich Brandverletzungen zu. Er wurde gemeinsam mit einem Kind dem Rettungsdienst übergeben. 

Einsatzablauf
Das TLF 16/25 fährt die Einsatzstelle von der Vorderfront an. Beim Eintreffen an der Vorderfront des Gebäudes wurde festgestellt, dass im 1.  Obergeschoss eine Flammenentwicklung hinter den geschlossenen Fenstern sichtbar ist. Durch Anwohner wurde mitgeteilt, dass bereits alle Bewohner das Gebäude verlassen haben. Bei der Lageerkundung auf der Gebäuderückseite wurde ein Flammenaustritt aus dem bereits geöffneten Fenster des 1. Obergeschosses festgestellt. Da die Hauseingangstür offen war, wurde ein sofortiger Innenangriff durch den Angriffstrupp des TLF in der Brandwohnung befohlen. Die Wasserversorgung erfolgt vom Fahrzeugtank. Beim Öffnen der Wohnungseingangstür wurde durch den Angriffstrupp eine Stichflamme beobachtet. 

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Für die nachrückenden Kräfte wurde die Aufstellung auf der Gebäuderückseite festgelegt, um eine sofortige Brandbekämpfung im Bereich des über der Brandwohnung befindlichen Daches mit der Drehleiter ausführen zu können. Der Kreisbrandmeister geht sofort mit 1 Kam. des TLF unter PA zur Lageerkundung in das Dachgeschoss. Er stellte im Dachbereich eine leichte Rauchentwicklung aus der Verkleidung im Badbereich fest. Gleichzeitig geht neben der Drehleiter auf der Gebäuderückseite ein zweiter Angriffstrupp des LF Marienberg zum Innenangriff im Dachgeschoss vor. Dabei wird schnell deutlich, dass der Brandherd in den Dachwohnungen nur durch die Entfernung der Trockenbauwände und das Öffnen der Dachhaut über die Drehleiter möglich ist. Durch Anwohner wird mitgeteilt, dass ein Mieter im Erdgeschoss nicht evakuiert  wurde. Der Bewohner und 1 Kind wurden durch die Feuerwehr sofort aus dem Gebäude evakuiert und betreut. Um 06:00 Uhr wurde die zu erwartende Brandausbreitung im Dachgeschoss durch den Einsatzleiter als mit den vorhandenen Mitteln nicht beherrschbar eingeschätzt. Es wurden mehr PA-Träger sowie Schlauchmaterial für den Aufbau der Löschwasserversorgung von der Löschwasserzisterne Schillerlinde (50m³ Volumen Entfernung 300 m) benötigt. Um 06:00 Uhr wurden die Feuerwehren Lauterbach, Niederlauterstein und Lauta nachgefordert und alarmiert. Der Geschäftsführer des DRK trifft gegen 06:08 Uhr am Einsatzort ein und organisiert die Alarmierung der Kat-Schutzkräfte Führungsunterstützung. Die Führungsunterstützung durch das DRK hat sich sehr positiv in diesem Einsatzablauf bewährt. Sie hat die Feuerwehreinsatzleitung in Bezug auf Kommunikation und Organisation deutlich entlastet, sodass sich diese auf das eigentliche Brandgeschehen konzentrieren konnte.

11102004042aGegen 06:16 Uhr ist die Brandbekämpfung in der Brandausbruchswohnung soweit abgeschlossen. Meldung zur Leitstelle „Feuer in Ausbruchswohnung unter Kontrolle – weitere Ausbreitung im Dachbereich“. Eine Einsatzleitung wird gebildet und Abschnittsleiter festgelegt. Gegen 06:30 Uhr wird der Einsatz einer 2. Drehleiter auf der Gebäudevorderfront festgelegt. Beim ausgeführten Innenangriff, konnten sich die zur Verfügung stehenden Kräfte durch die umbauten Hohlräume, die vorhandene Möblierung und die Art der Bauausführung nur sehr langsam an die Brandherde heranarbeiten. Gegen 07:15 Uhr wurde die Brandausbreitung in der gesamten Dachfläche durch austretenden Rauch und kleine Flammen festgestellt. Zu diesem Zeitpunkt waren ständig 2 Trupps im Innenangriff und nach Eintreffen der DL Zschopau 2 Trupps über Drehleiter sowohl an der Vorder- wie auch an der Gebäuderückseite mit der Brandbekämpfung beschäftigt. Zusätzlich wurden 2 B-Strahlrohre zur Abdeckung der Dachaußenfläche eingesetzt, welche nur bei Bedarf zur Brandbekämpfung eingesetzt wurden.
Nachdem die Ausbreitung im gesamten Dachbereich erkennbar war, wurde der Einsatz der 3. Drehleiter befohlen, um die Dachaußenhaut besser Öffnen und den Gebäudeübergang (Brandwand) zum Nachbargebäude sichern zu können.

Der Stadtwehrleiter Kam. Racz war gegen 07:45 Uhr vor Ort und übernahm die Leitung des Innenangriffs und die Koordinierung der Brandbekämpfung. Gegen 07:20 Uhr war der Einsatzleiter der Polizei vor Ort. Durch die Stadtwerke wurde die Strom- und Gasversorgung abgestellt. Beides konnte im Gebäude aufgrund fehlender Hinweise und der Tatsache, dass die Hauptschieber in einem ungekennzeichneten Privatkeller waren nicht durch die Einsatzkräfte ausgeführt werden. Weiterhin wurde die Heizung ausgeschaltet. Ein Abschleppdienst für die Bergung der im Trümmerschatten befindlichen Fahrzeuge wurde angefordert. Gegen 07:55 Uhr wird die Feuerwehr Gebirge und Reitzenhain zur Verstärkung durch PA-Träger alarmiert. Der angeforderte GWA konnte in absehbarer Zeit die Menge der benötigten PA-Flaschen nicht absichern. Es wird ein Pendelverkehr zum FTZ des LRA zur sofortigen Flaschenbereitstellung organisiert. Das FTZ beginnt mit der sofortigen Füllung verbrauchter PA-Flaschen.

11102004059aNeben der Löschwasserentnahme Zisterne Schillerlinde, wird eine 2. Löschwasserversorgung von der Zisterne Markt Marienberg (100 m³ Volumen Entfernung 300 m) eingerichtet. Die Zisterne Schillerlinde wird durch die FF  Niederlauterstein und Lauta abgesichert. Der Aufbau beider Doppel-B-Leitungen wird durch den SW  Niederlauterstein übernommen. Durch die erhöhte Einsturzgefahr im Bereich der Vorderfront des Gebäudes, wird ein Stellungswechsel der Drehleitern Zschopau und Olbernhau sowie des TLF Marienberg und des LF Lauterbach angeordnet. Die Löschwasserspeisung der Drehleitern wird vom LF Lauterbach übernommen. Das TLF  Marienberg übernimmt die Förderung an der Zisterne Markt. Die Entnahmestellen werden jeweils durch 2 Löschwasserpumpen abgesichert und als doppelte B-Leitung verlegt, da auch nur ein kurzzeitiger Ausfall der Löschwasserversorgung zur Gefährdung der Trupps im Innenangriff und der Drehleitern geführt hätte. Die Bundesstraße B 171 wird im Einsatzbereich durch die Polizei voll gesperrt. Um die bereits deutlich geleerten Zisternen zu entlasten und eine unerschöpfliche Löschwasserreserve zu erschließen, wird die Feuerwehr Satzung mit einem 2. SW um 08:20 Uhr nachgefordert und übernimmt die Verlegung der B-Leitungen zum GTLF Marienberg. Die Verlegung erfolgt vom Teich Stadtmühle, der ca. 400m entfernt ist.

Durch das DRK wurde im Parkbereich neben der Einsatzstelle ein Versorgungsstützpunkt mit Zelten eingerichtet, in denen die Einsatzkräfte die Verpflegung einnehmen sowie kurze Ruhepausen einlegen konnten. Die Trupps waren zu diesem Zeitpunkt mehrfach im Innenangriff zur Brandbekämpfung vorgegangen. Insgesamt wurden 160 PA-Flaschen eingesetzt, die jeweils bis zur unteren Füllgrenze abgeatmet wurden.

11102004038aGegen 09:35 Uhr sind die Brandursachenermittler aus Chemnitz vor Ort. Sie beginnen mit der ersten Begehung der Brandwohnung. Durch den Gebäudeeigentümer wird gegen 10:22 Uhr ein Generalschlüssel bereitgestellt. Da dieser nicht an den Wohnungseingangstüren passt, wird der Schlüsseldienst angefordert. Um 10:45 Uhr wird die ETW GmbH angefordert, um die Zisterne im Bereich Markt und Schillerlinde aufzufüllen.
Bei der Kontrolle des Nachbargebäudes wurde festgestellt, dass es keinerlei Zugänge in das Dachgeschoss gab. Durch den Schlüsseldienst wurden verschlossene Zimmer in der oberen Etage geöffnet. Nach Öffnung mehrerer Zimmer, konnte kein Zugang zum Dachgeschoss gefunden werden. Nach Aussagen von Mietern, wurden alle alten Öffnungen mit Gipskarton verschlossen. Es wurde entschieden, die Decke mittels einer Kettensäge zu öffnen, um in das Dachgeschoss vorzudringen. Zwei Versuche zur Öffnung schlugen fehl, da sich unter der Gipskartondecke die Ursprüngliche verputzte Decke befand. Erst nach Rücksprache mit dem  Hausverwalter, konnte eine Stelle im Bereich des alten Fahrstuhlschachtes gefunden werden. Nach der Entfernung der Deckenverkleidung konnte der Weg in das alte Dachgeschoss betreten werden.  Der Wehrleiter  der FF Marienberg ging zur Lageerkundung in das Dachgeschoss vor. Es wurde festgestellt, dass der Bodenbereich rauchfrei war und das Feuer nicht auf das Nachbargebäude übergegriffen hatte.
Weiterhin wurde festgestellt, dass im Bereich des Fußbodens an der Brandwand leichte Verrußungen auftraten, die sicherlich vom Brand des Nachbargebäudes entstanden waren. Im Übrigen muss hinzugefügt werden, dass es sich im durch Gipskarton verschlossenen Teil des Dachgeschosses um einen kompletten begehbaren Raum mit Fahrstuhlschacht, Laufstegen, Treppen und Türen handelt. Die Höhe bis zur eigentlichen Dachhaut betrug teilweise bis 4 Meter. Das Dachgeschoss des Gebäudes „ Am Lindenhäuschen 1“ wurde daraufhin in Zeitabständen kontrolliert.
scan0004Die Brandbekämpfung der Drehleitern konzentrierte sich auf das Öffnen der Dachhaut in Bereichen, die durch vorhandene abgetrennte Räume im Innenangriff nicht erreicht werden können (Treppenhaus), sowie die Sicherung der Brandwand zum Nachbargebäude. Der Innenangriff konzentriert sich trotz steigender Einsturz- und Durchbruchsgefahr auf die Abdeckung der Brandwand und die weitere Freilegung der einzelnen Brandnester durch Abbruch des während der Sanierung eingebrachten Trockenbaus.

Freie Einsatzkräfte werden zur Beseitigung und Einschränkung des Löschwasserschadens in den unteren Wohnungen eingesetzt. Im Kellerbereich sowie im 2. Obergeschoss (abgesetzter Raum neben der Brandwohnung), wurden Tauchpumpen eingesetzt. In den restlichen Wohnungen werden Wassersauger zur Schadensbegrenzung eingesetzt.

Die Löschwasserversorgung von der Zisterne Markt wird gegen 12:34 Uhr eingestellt und der Verkehr wieder freigegeben. Gegen 13:00 Uhr wird die Versorgung aus dem Teich Stadtmühle eingestellt. Der Verkehr der B 171 wird freigegeben.
Nach Rücksprache mit dem Bürgermeister der Stadt Marienberg, Herrn Wittig, wurden die Bewohner der betroffenen Wohnungen ab 13:30 Uhr in die Wohnungen zur Sicherstellung persönlicher Gegenstände, Wertsachen u.ä. gelassen, was durch die Bewohner mit Unterstützung freier Einsatzkräfte und weiterer Helfer genutzt wurde. Weiterhin wurden 2 Container zur direkten Entsorgung des Brandschuttes aus dem Dachgeschoss bestellt, welche 14:45 Uhr vor Ort eintrafen. Gegen 14:30 Uhr konnte der Brand liquidiert werden, wobei sich die Restablöschung im gesamten Dachbereich und den Zwischendecken noch bis 02:00 Uhr am 12.10.2004 hinzog. Durch die Feuerwehr Marienberg wurde nach dem Herauslösen der anderen Kräfte die Sicherung bis 21:00 Uhr übernommen. Die Feuerwehr Reitzenhain, stellte bis 05:00 Uhr die Brandwache und wurde durch die Feuerwehr Marienberg abgelöst. Die Einsatzleitung beendet 18:30 Uhr die Arbeit – die Feuerwehr Marienberg übernimmt die Aufgaben vollständig. Für 20:00 Uhr und 22:00 Uhr wurde nochmals Verpflegung für die Einsatzkräfte geliefert. Die Bewohner des Nachbargebäudes konnten noch am Nachmittag wieder in ihre Wohnungen zurück. Der vollständige Rückzug erfolgte am 12.10.04 07:30 Uhr.
Bericht-Freie PresseZur
Bauliche Beschaffenheit und Brandausbreitung
Brandausbreitung wurde folgendes festgestellt. Das Gebäude Am Lindenhäuschen 1-3 war das erste Elektrizitätswerk von Marienberg. Gebaut durch die Unternehmerfamilie und Knopffabrikant Gebrüder Baldauf. Zu Zeiten der DDR wurde es genutzt als Wohnhaus und der rechte Teil Am Lindenhäuschen 1 als „Kaufhaus Adrett“. Bei Ankunft der Feuerwehr Marienberg befand sich die Brandausbruchswohnung bereits im Vollbrand. Die Personen waren bereits evakuiert worden. (13 Familien) Insgesamt wurden 32 Personen evakuiert. 2 Personen mussten mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung und Brandverletzung ins Krankenhaus eingeliefert werden. Dank der Hilfe durch die Stadtverwaltung und des DRK, konnten den unmittelbar durch den Brand betroffenen Familien noch am Brandtag Wohnungen zur Verfügung gestellt werden. Die Geschädigten wurden umgehend mit Kleidung und Mobiliar aus dem Lager des DRK versorgt. Das Feuer, welches während des Vollbrandes beim Eintreffen des TLF Marienberg aus dem Kinderzimmerfenster schlug, hatte sich bereits über die Dachtraufe in das Dach ausgebreitet. Bedingt durch die Sanierung des Hauses, bei denen die meisten Wände mit Ständerwerk und Gipskarton verkleidet wurden, entstanden zwischen den ursprünglichen Wänden und den Neuen aus Gipskarton bestehenden, ein Hohlraum von ca. 15 cm. Ab der zweiten Etage bestanden die alten Außenwände aus mit Holz und außen beschieferten Fachwerk, innen aus Wärmedämmung und Gipskarton. Der Aufbau der Zwischendecke, ab der zweiten Etage, gestaltete sich wie folgt von oben nach unten:

-Laminat - im ausgebauten Dachgeschoss Fliesestrich
-Trittschalldämmung - im ausgebauten Dachgeschoss Polysterol
-Ursprüngliche Dielung
-zwischen den Balken Schüttung aus Lehm
-Fehlboden aus Holzbrettern
-Hohlraum ca. 15 cm
-verputzte Schilfdecke
-abgehangene Decke aus Gipskarton bzw. Panelle

Der Zwischenraum zwischen der ursprünglichen Decke und Verkleidung betrug teilweise bis zu 50 cm. In den Wohnungen der 2. Etage befanden sich Wendeltreppen, die in das ausgebaute Dachgeschoss bzw. ins 1. Obergeschoss führten. Im Dachgeschoss befanden sich Schlafräume und Bäder. Die Wände waren ausschließlich aus Ständerwerk und Gipskarton hergestellt. Durch die bauliche Anlage des Gebäudes, sind hinter den Wänden Hohlräume von teilweise 1 bis 2 Meter breite und 2,5 Meter Höhe entstanden, die vollkommen von den Wohnungen abgeschlossen waren und nur durch Zerstörung der Wände erreicht werden konnten.

(Die Fotos wurden durch die Feuerwehren Olbernhau, Marienberg, dem Landratsamt Mittlerer Erzgebirgskreis, dem DRK Kreisverband MEK zur Verfügung gestellt.)


Die Einsatzleitung wurde von folgenden Kräften gebildet:


Einsatzleiter

Tilo Neumann

FFW Marienberg

Abschnitt Brandbekämpfung

Frank Racz / Rene Ackermann

FFW Marienberg / KBM

Sanitätsdienst / Sicherstellung

Mario Richter

DRK Kreisverband ME e.V.

S 3

Rainer Lippmann

LRA MEK SG Brand- und Kat.

Fachberater Polizei

Rolf Dittrich

Revierleiter Marienberg

Führungsunterstützung

 

DRK Kreisverband ME e.V.

Atemschutzüberwachung

Kay Kretzschmar / Rolf Ehrig

FFW Marienberg / FFW Gebirge

Sicherstellung Material / PA

Michael Voggenreiter

FTZ MEK

Pressearbeit

Büro Landrat

LRA MEK

Unterbringung Betroffener

Bürgermeister Thomas Wittig

Stadtverwaltung Marienberg

S 7 Kriseninterven. Seelsorge

Pfarrer i.R. Wenzel

ev.-Luth. Kirche Marienberg


Übersicht Einsatzkräfte


FFW Marienberg

28 Kameraden

FFW Lauta

  • 12 Kameraden

FFW Lauterbach

  • 12 Kameraden

FFW Gebirge

  • 14 Kameraden

FFW Reitzenhain

  • 13 Kameraden

FFW Niederlauterstein

  • 11 Kameraden

FFW Satzung

  • 9 Kameraden

FFW Zschopau

  • 4 Kameraden

FFW Olbernhau

  • 13 Kameraden

FFW Pobershau

  • 5 Kameraden

FFW Zöblitz

  • 9 Kameraden

DRK Mittleres Erzgebirge

  • 15 Kameraden

20071227061936142 0014Am 04.01.2005 um 09.35 Uhr wurde die Freiwillige Feuerwehr Gebirge zu einem Spänebunkerbrand zur Firma Werner Langer Sport- und Holzspielwaren GmbH gerufen. Was zunächst nur als Verdacht eines Brandes gemeldet wurde, stellte sich bereits auf der Anfahrt der Feuerwehr Gebirge als tatsächlicher Brand der Produktionshalle heraus. Sofort wurden weitere Wehren zur Unterstützung angefordert. Die Produktionshalle, in der überwiegend Holzverarbeitung durchgeführt wurde, stand beim Eintreffen in der kompletten Ausdehnung in Flammen, was auf eine Durchzündung des brennbaren Materiales (Holzspäne und Staub) schließen lässt.

Glücklicherweise war zu diesem Zeitpunkt kein Mitarbeiter der Firma im Produktionsbereich. 16 Beschäftigten  wurden während Ihrer Frühstückspause durch einen lauten Knall in den Produktionsräumen aufgeschreckt. Bereits die erste Durchzündung des später als Spänebunkerbrand gemeldeten Feuers erschütterte den Gebäudekomplex derart, dass die “Wände wackelten”. Die Besatzung des  TSF-W forderte bereits während der Anfahrt weitere Kräfte an, da der Rauchpilz über dem Firmengelände auf eine bereits fortgeschrittene Brandausbreitung schließen lies. Vor Ort wurden durch die Besatzung zunächst in der Produktionshalle gelagerte Propangasflaschen geborgen und gesichert.


04012005001a
Bereits während der Anfahrt konnten durch nachrückende Kräfte die Ausmaße des Grossbrandes eingesehen werden. Nach Eintreffen des TLF Marienberg wurde der gesamte Firmenkomplex durch eine 2. Durchzündung erschüttert. Die Produktionshalle stand innerhalb weniger Sekunden vollständig in Flammen. Die Fenster der Rückseite wurden nach Augenzeugen bis zu 20m auf das angrenzende Feld zersplittert. Ein Innenangriff war zu diesem Zeitpunkt unmöglich geworden. Durch das LF 16 Marienberg wurde die Wasserversorgung vom GTLF zur Drehleiter und zum TLF Marienberg und TSF-W Gebirge hergestellt. Durch die vor Ort befindlichen Trupps wurden zur Brandbekämpfung und Abdeckun
g der angrenzenden Gebäude eingesetzt. Der Schornstein der ehemaligen Fabrik stellte neben dem Brand eine weitere Gefahr dar.

 

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